Vom Nimmerland in die weite Welt

Das Leben auf der Farm

Diese Woche waren die Jungs an vier Tagen zu Hause, weil sie zum einen krank waren und einen Tag schulfrei hatten. Ziemlich entspannt war es trotzdem, da Georgie viel mit uns gespielt hat. Am Freitag war ich jedoch mit den Jungs alleine, von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Georgie und Rob mussten nämlich zu einem Meeting nach Melbourne, da Rob bereits am Donnerstag mit Pa (sein Vater, der zwei Wochen hier zu Besuch war) losgefahren ist musste Georgie mit dem Bus fahren, damit ich für einen eventuellen Notfall ein Auto zur Verfügung habe. Die Jungs haben zwar den Abend vorher Theater gemacht, aber am Freitag selbst hatten sie Spaß und alles war gut :-)
Archer
Bis Finn mich gegen Abend zur Weißglut gebracht hat: Kinder testen ja gerne mal ihre Grenzen aus, aber Finn hat das so extrem gemacht, ohne dabei eigentlich viel zu machen. Er hat mich nur angeguckt, bockig reagiert, nicht das gemacht was ich ihm sagte. Jetzt sagen vielleicht die Eltern unter euch " Ach, das machen die doch ständig so". Tjaha, aber die Art und Weise war dieses Mal extrem provozierend. Kurz gesagt: Ich hatte eine neue Grenzerfahrung, die ich auf keinen Fall ein zweites Mal erleben möchte.
Georgie hatte am Donnerstag Geburtstag. Da gab´s natürlich wieder Kuchen, aber nicht von mir gebacken, sondern von Granny Bloss (Mutter von Rob) gekauft. Ich würde sagen, das ich am meisten davon gegessen habe :-D So viel eigentlich, dass ich am Samstag nichts Süßes essen wollte...
Geschenke wurden natürlich verteilt und ich habe auch was bekommen. Etwas Schokoladiges von Granny Bloss und Rob und Georgie brachten mir am Freitag einen silbernen Armreif mit, ein kleines Dankeschön.
Das vierte übrigens, seit ich hier bin. Finde ich immer total lieb von den beiden, da sie sich auch immer richtig Gedanken machen :-)
Rob und die Jungs
Obwohl das Gras hier mittlerweile einen halben Meter hoch ist (kann man eigentlich nicht glauben, wenn ihr das verdörrte "Gras" gesehen hättet, als ich hier vor Wochen angekommen bin) und die ganzen Auffangbecken mit Wasser gefüllt sind, hat Georgie mir heute gesagt, dass wir jetzt aufgrund des wärmer werdendes Wetter anfangen müssen sparsam mit Wasser umzugehen,. Ich habe zwar viele viele Bücher gelesen, die in Australien stattfinden und Themen wie Wasser und Dürre behandeln, aber das in der Realität in unser heutigen Zeit vorzufinden ist eine neue Erfahrung. Natürlich sieht man in den Nachrichten, dass Afrika am verhungern und verdursten ist, aber von Australien hört man wenig bis gar nichts (zumindest habe ich bis jetzt nichts davon mitbekommen). Erst wenn man vorort ist, erfährt man, dass vor 5 Jahren eine extreme Dürre geherrscht hat (habe Fotos von der Farm gesehen), wie viele Schafe wer wo deswegen verloren hat und was die Farmer neu kaufen/bauen mussten um für die nächste Dürre vorbereitet zu sein.
An sowas denken wir in Deutschland ja gar nicht. Deswegen finde ich es gut, wenn man sich bewusst wird wie viel und womit man Wasser verbraucht.
Weniger als vier Wochen werde ich hier noch wohnen. Touren, Flüge und Bustickets sind bereits gekauft, jetzt fehlen nur noch die Unterkünfte. Dafür habe ich bei couchsurfing.org angemeldet. Couchsurfen bedeutet, dass Leute Reisenden eben eine Couch oder Matraze oder..für einen kurzen Zeitraum anbieten. Die einen wollen nur für eine Nacht Besucher haben oder für mehrere Tage. Normal ist es auf jeden Fall nicht für eine Woche oder länger eine Couch anzubieten. Man bezahlt keine Unterkunftkosten und man lernt auch Einheimische kennen (und nicht nur Touristen).
Finn und ich
Frei nach dem Motto " Hol dir die Welt nach Hause, wenn du sie schon nicht selbst erkunden kannst". Ich finde das Konzept sehr gut, bzw. ich erhoffe mir nette Bekanntschaften, die mir die Umgebung zeigen können oder zumindest sagen was ich unbedingt sehen sollte. Und natürlich spare ich Geld ;-)


Das "Vergiss Mein Nicht" diese Woche ist Schnitzel ("Chobs" -Lammkeulen- schmecken einfach nicht) .
Grüßchen,
eure Laura



3 Briefchen nach Nimmerland:

  1. Hihi, couchsurfen wollte ich dir auch schon empfehlen! Find ich super, ganz viel Spaß :-)

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  2. Hast du das selber schon mal ausprobiert?
    Werde ich hoffentlich haben, Dankeschön :-)

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  3. Nein, aber ich habe mal einen sehr interessanten Couchsurfing-Bericht einer Frau verfolgt, die 99 Tage lang jede Nacht auf einer anderen Couch geschlafen hat.
    Für deine Reise ist das sicherlich ne gute Sache, eben weil du dann auch nicht nur Tourist bist, sondern nahe dran an den Menschen. Ich würds auch machen. :-)

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