Vom Nimmerland in die weite Welt

Good News, Bad News

" Lolo! You got a Letter!" - das fiel meinem Gastvater gestern beim Abendessen ein und hetzte zum Trecker, um mir Post aus Deutschland zu überbringen. Was habe ich mich gefreut! Lange gewartet, oft enttäuscht, wenn wieder nichts für mich dabei war, aber nun ist er da, der Brief von meiner großen Schwester Steffi und meiner Nichte Leni! Mit Fotos!
Ganz aufgeregt habe ich sofort den Brief geöffnet und die Fotos rumgezeigt :-) Nun heißt´s schnell antworten, damit ich einen neuen Brief bekomme. Altmodisch, aber was will man machen, wenn der eine selten/gar kein Internet hat, aber mit dem anderen in Kontakt bleiben möchte.
Nun zu den schlechten Nachrichten : Zum einen gab´s diese Woche einen kleinen Wintereinbruch. Schlechtes Wetter, viel Regen und eisige 5 Grad. Also hieß es für mich wieder mit zwei Decken schlafen und mehrschichtige Kleidung tragen.
Und zum Anderen ist meine geliebte Daggie nun in die große weite Welt gezogen, schnief...Ohne das ich mich von ihr habe verabschieden können! Rob kam Mittags zum Lunch und meinte, dass er Daggie zu ihren Gleichgesinnten gebracht hatte. Das Foto, auf dem Archer, Daggie&ich zu sehen sind und ich einigen per Email geschickt habe, war somit das letzte was ich von ihr gemacht habe. Traurig, traurig. Jetzt habe ich niemanden mehr, der mich draußen beim Wäsche aufhängen ärgert, der mit mir rumspringt und rennt (die Jungs kann ich nicht so dafür motivieren) und der den Weg von meinem Zimmer zum Haupthaus mit vielen kleinen schwarzen Kugeln pflastert, sodass ich morgens noch halb verschlafen zur Ballerina mutiere und auf Zehenspitzen durch die Gegend "tänzle". Gut, letzteres werde ich nicht wirklich vermissen..
Aber Daggie scheint glücklich zu sein, sie sei sofort mit anderen Lämmern durch die Gegend gehüpft, nachdem Rob sie zur Herde gebracht hatte. Und Rob hat ihr einen Peilsender gegeben, damit wir immer gucken können wo genau sie sich jetzt aufhält.
Georgie ist auf jeden Fall ganz glücklich, dass Daggie nun fort ist. Somit kann sie ihre Rosen und ihren Gemüsegarten jetzt retten und aufpäppeln.
Diese Woche hatten wir eine Zeitumstellung. Eine Stunde vor für die Sommerzeit, was für mich nun 9 Stunden Zeitverschiebung bedeutet. Ein Gutes hat es auf jeden Fall : Jetzt bekomme ich auch mal den Sonnenaufgang mit, der vor ein paar Tagen, als es noch nicht geregnet und gestürmt hat, fantastisch war!
Das "Vergiss Mein Nicht" dieser Woche ist isolierte Häuser.
Grüßchen, eure Laura
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Unsere kleine Farm

Irgendwo zwischen Ballarat&Hamilton
Vor zwei Wochen hatte ich einen kleinen Durchhänger. Alles war blöd, jeder war doof und ich wollte am liebsten nach Hause fliegen. Backen hat mir über diese kleine Phase hinweg geholfen. Dabei sind leckere Marmeladen-Cupcakes mit einem Frischkäse-Topping und ein hervorragender Cheesecake mit Kirschen entstanden! Diese Naschereien haben wir auf unsere Reise nach Melbourne und Gippsland vom 28.9.-5.10. mitgenommen (wobei der Cheesecake in Melbourne schon verputzt wurde). Von Freitag auf Samstag letzte Woche haben wir Rob´s Eltern besucht und sind dann weiter zu Georgie´s Eltern gefahren, bei denen wir bis Freitag geblieben sind. Gippsland liegt rechts von Melbourne und ist ein äußerst wasserreiches Gebiet. Viele kleine und große Seen, enorm viele kleine Hügel und nur 20min bis zur Küste. Auffallend ist, dass hier sehr viele Schwarze Schwäne leben, die momentan in der Küken-Zeit sind. Hier in Australien gibt´s nämlich nur diese Sorte Schwäne, keine Weißen wie bei uns in Deutschland.
Georgie´s Eltern leben - wie kann´s anders sein - auf einer Farm. Jedoch mal zur Abwechslung mit Kühen und Hühnern. Hier habe ich auch zwei Schwestern von Georgie und deren Kinder kennen gelernt. Drei Tage lang sind sieben Kinder zwischen 1,5 und 11 Jahren durch die Gegend gerannt, haben Krach gemacht, geweint, gelacht..Ich durfte in der Zeit, während die Garage und beide Gästezimmer belegt waren, im Eingangsbereich vor der Haustür schlafen. Kurz gesagt: Ich habe eindeutig schon mal besser geschlafen!
 Insgesamt war´s eigentlich eine schöne Woche, alle waren ziemlich nett (und chaotisch) und hier habe ich mich auch wohler gefühlt als bei Rob´s Eltern. Diese sind mir zu vornehm, wenn man das so sagen kann. Man muss sich gut kleiden und darf nicht hemmungslos drauf los futtern oder sich in die Sofas fletzen. Bei Georgie´s Eltern war zwar es etwas ähnlich, aber doch in einer anderen Atmosphäre : man darf nicht alles selbstverständlich nehmen/essen(nicht nur ich,sondern alle), man muss erst fragen , ob es denn Okey ist, wenn man Dies und Jenes nimmt. Für mich ziemlich ungewohnt, weil wir auf unseren Familientreffen in diesem Sinne "hemmungslos" sind. Jeder weiß im Ende zu schätzen was der andere gekocht/gebacken/vorbereitet hat ohne das man demjenigen immer viel Lob und Dankbarkeit entgegen bringt. Wir halten uns in Verwandtenküchen so selbstverständlich auf, als wären wir in unserem eigenen Heim, also wird nicht immer gefragt, was man darf,alles ist locker und entspannt. Find ich super! Alles andere ist zu anstrengend und vor allen Dingen zu steif. Deswegen (und weil ich natürlich alle wieder sehe) freue ich mich riesig auf das erste Familientreffen nach meiner Reise !
Blick vom Haus
Einer der großen Seen in Metung








 
Das Wetter hat während der Woche auch super mitgespielt,strahlend blauer Himmel, nur Sonne und bis zu 27 Grad. Abends war hier alles in rosafarbenes Licht getaucht und die 5 Stromausfälle in der Zeit waren schön, weil wir viele Kerzen im großen Wohn-/Küchen-/Essbereich verteilt haben. Wir glauben übrigens das der Wasserkocher dran Schuld war..
Auf das Wochenende habe ich mich trotzdem gefreut, weil ich mich dann wieder in mein Zimmer verkrümmeln und ungestört vor mich hinvegitieren konnte/kann :-D
Was gibt´s neues bei "Unsere kleine Farm" : Daggi trägt jetzt einen lilafarbenen Ohrring und hat keinen Schwanz mehr (der wird aus hygienischen Gründen bei den Schafen abgeschnitten), Rob hat in diesem Jahr bis jetzt 1000 Kängurus erschossen und letzte Woche sind 1300 Lämmer geboren worden.
 Ich habe nun beschlossen, eher mit meiner Reise zu beginnen, weil ich merke, dass ich nicht mehr zufrieden bin und ich nicht mehr so lange warten möchte. Meine Gastfamilie ist insgesamt immer noch toll - natürlich gibt´s Tage, die doof sind - aber meine Familie&Freunde liebe und vermisse ich dann doch ein bisschen mehr ;-) Georgie und Rob haben vollstes Verständnis dafür, dementsprechend sind sie nicht böse oder dergleichen, als ich ihnen gestern gesagt habe, dass ich schon Ende November gehen möchte.
Also heißt es jetzt weiter planen und gucken wo ich sparen kann, damit ich mehr reisen kann. So viel Geld habe ich nämlich nicht..

Mal was Neues: Ich starte hier die Reihe "Vergiss Mein Nicht", sprich unter jedem neuen Post werde ich etwas nennen, was ich aus Deutschland vermisse.
Das erste "Vergiss Mein Nicht" ist Schokoladenstreusel-Brot.

Grüßchen, eure Laura
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